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Naturschutzbund Deutschland
Ortsgruppe Friedrichsdorf

Der NABU ist der älteste und größte Naturschutzverband Deutschlands. Die Ortsgruppe Friedrichsdorf im Naturschutzbund Deutschland (NABU) besteht seit 1951 (früher unter dem Namen Vogelschutzgruppe). Sie hat etwa 180 Mitglieder. Einen Überblick über unsere Aktivitäten gibt das Faltblatt PDF-Datei (943 kbyte).

Aktuelles

Letzte Aktualisierung: 5. September 2015


Unsere Turmfalken

Turmfalken sind die verbreitetsten Falken Europas. Seit vielen Jahren brütet ein Turmfalken-Paar auf dem Nabu-Gelände. Der Nistkasten befindet sich hoch oben fast am Ende der Stange. In diesem Jahr waren unsere Turmfalken besonders erfolgreich. Das Bild zeigt vier Jungvögel.

Äste vor blauem Himmel
Vier junge Turmfalken (Falco tinnunculus) auf dem NABU-Gelände in Friedrichsdorf-Dillingen am 23. Juni 2015 (Bild: Klaus Peikert qu113)

Wühlmäuse sind die Hauptnahrung, daneben Spitzmäuse, Langschwanzmäuse und andere kleine Säugetiere. Turmfalken fangen auch Vögel, zum Beispiel unerfahrene junge Blaumeisen.

Als Nahrung braucht ein ausgewachsener Vogel am Tag etwa zwei mittelgroße Mäuse. Typische Jagdgebiete sind Flächen, auf denen der Bewuchs niedrig bleibt oder lückenhaft ist, Wiesen, Brachflächen.

Turmfalken brüten einmal im Jahr 4 bis 6 Eier aus. Die Brutzeit dauert etwa einen Monat, genauso lang bleiben die geschlüpften Falken im Nest. Die Turmfalken in Deutschland sind Teilzieher, sie verbringen den Winter im Süden nicht weit von hier. (5. September 2015)

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Europäische Fledermausnacht

Die Nacht vom 29. zum 30. August ist in diesem Jahr die Europäische Fledermausnacht. An vielen Orten in Europa bieten Naturschutzgruppen zwischen Mitte Juli und Anfang September abendliche Veranstaltungen an, bei denen man Fledermäuse in der Natur beobachten kann.

Fliegende Bechsteinfledermäuse Bechsteinfledermaus
Links: Bechsteinfledermäuse suchen Insekten nah an den Bäumen (Bild: Dietmar Nill qu108) - Rechts: eine weibliche Bechsteinfledermaus (Bild: Thomas Knepel qu109)

Ende August ist in Mitteleuropa die Zahl der abends und nachts jagenden Fledermäuse besonders groß. Die Jungtiere, die in der ersten Junihälfte geboren wurden, sind nun selbständig. Sie können schon seit ein paar Wochen fliegen und haben das Jagen gelernt, wohnten aber bisher noch bei ihren Müttern.

Die Leistung der Fledermaus-Mütter ist enorm. Die Jungtiere sind schon bei der Geburt halb so schwer wie die Mutter. Dann werden die Kleinen vier Wochen lang intensiv gesäugt, sie leben in dieser Zeit nur von der Muttermilch.

Kleine Bartfledermaus in Hand Großes Mausohr
Links: eine Kleine Bartfledermaus, mit zusammengelegten Flügeln sind die Tiere winzig (Bild: Markus Nolf qu106) - Rechts: ein altes Großes Mausohr (Bild: Manuel Werner qu107)

Die schwierigste Zeit in der Entwicklung der jungen Fledermäuse sind die Nächte Ende Juli oder Anfang August, in denen sie zum ersten Mal allein auf Jagd gehen. Nicht allen Jungtieren gelingt es, diese Hürde in ihrer Entwicklung zu nehmen.

Bei Fransenfledermäusen und Wimperfledermäusen begleiten die Mütter ihre Jungen beim ersten Ausflug. Junge Abendsegler dagegen müssen das Jagen ganz allein lernen. Es dauert einige Nächte, bis die jungen Fledermäuse erfolgreich jagen.

Man hat Jungtiere systematisch beim Ausflug und bei der Rückkehr ins Quartier gefangen, gewogen und wieder frei gelassen. In den ersten drei Nächten kamen die Jungtiere leichter zurück, sie hatten also nichts oder nur sehr wenig gefangen. Erst in der vierten oder fünften Nacht kamen sie 2 g schwerer zurück, sie hatten also erfolgreich gejagt.

Wochenstube von Braunen Langohren Europäische Zwergfledermaus
Links: Wochenstube von Braunen Langohren in einem Vogelnistkasten, man sieht unten noch das Vogelnest (Bild: Thomas Knepel qu109) - Rechts: Europäische Zwergfledermaus (Bild: Manuel Werner qu110)

Wenn man bedenkt, dass bei den meisten einheimischen Fledermausarten die Weibchen nur einmal im Jahr ein Junges bekommen, von denen nicht alle die ersten drei Monate überleben, versteht man, warum diese Tiere unter besonderen Schutz gestellt wurden, um sie vor dem Aussterben zu bewahren.

In Deutschland wurden in den letzten Jahren 24 Fledermausarten beobachtet. 12 davon kann man im Taunus, im Vortaunusgebiet und in der Wetterau antreffen, natürlich nicht alle am selben Ort:

Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus)
Große Bartfledermaus (Myotis brandtii)
Europäische Fransenfledermaus (Myotis nattereri)
Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)
Europäische Wasserfledermaus (Myotis daubentonii)
Großes Mausohr (Myotis myotis)
Kleiner Abendsegler (Nyctalus leisleri)
Großer Abendsegler (Nyctalus noctula)
Europäische Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)
Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus)
Braunes Langohr (Plecotus auritus)
Graues Langohr (Plecotus austriacus)

Diese 12 Fledermausarten sind einigermaßen ortstreu. Sie verbringen den Winter in der Gegend, in der sie auch im Sommer leben. Von den ziehenden Fledermäusen, die ähnlich wie Zugvögel den Winter weiter südlich verbringen, sind es vor allem zwei Arten, die im August oder Anfang September im Taunus und in der Wetterau auf der Durchreise angetroffen werden können:

Europäische Zweifarbfledermaus (Vespertilio murinus)
Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii)

Europäische Zweifarbfledermaus Europäische Fransenfledermaus Links: Europäische Zweifarbfledermaus (Bild: Thomas Knepel qu109) - Rechts: Europäische Fransenfledermaus (Bild: Armin Kübelbeck qu111)

Die Veranstaltungen zur Europäischen Fledermausnacht lenken den Blick auf eine artenreiche, höchst gefährdete Gruppe von Tieren, die im biologischen Gleichgewicht der Natur eine wichtige Rolle spielen. Unsere einheimischen Fledermäuse setzen nachts fort, was die Singvögel am Tag tun: sie befreien uns von unzähligen Insekten.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine einzelne Fledermaus in einer Nacht 1000 Mücken fängt. Wir sollten uns bedanken, und wir sollten die Lebensbedingungen der Fledermäuse verbessern.

Sie brauchen Wohngebiete, Jagdgebiete, ein ausreichendes Nahrungsangebot und Schlafplätze für den Winter. (24. August 2015)

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Stunde der Gartenvögel

Eichelhäher brüten in ganz Europa, sie fehlen nur in Island und im Norden Skandinaviens. Sie haben ungefähr die Größe von Tauben und sind mit ihrem bunten Gefieder von weitem zu erkennen.

Eichelhäher
Eichelhäher (Garrulus glandarius) (Bild: Helmut Barowski
qu112)

Eichelhäher brüten in Laub- oder Mischwäldern, auch in Feldgehölzen, großen Gärten mit älteren Bäumen und in Parks.

Im Herbst kann man beobachten, wie Eichelhäher zwischen Eichen und einem nahen Waldstück hin und her fliegen. Bei diesen Flügen transportieren sie Eicheln, die sie als Nahrung für den Winter einzeln im Wald vergraben.

Natürlich finden sie nicht alle ihre Verstecke wieder. Die nicht gefundenen Eicheln keimen und wachsen zu neuen Eichen heran, und wenn sie nicht von Rehen oder Hirschen gefressen werden, hat der Eichelhäher mitgeholfen, dass künftigen Eichelhäher-Generationen die Nahrung nicht ausgeht.

In Deutschland ist überall die Zahl der Eichelhäher stabil. Das bestätigen unter anderem die jährlichen Zählungen von NABU im Winter und im Frühling. Vom 8. bis zum 10. Mai können Sie wieder in einer Stunde der Gartenvögel mitzählen. (5. Mai 2015)

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Vögel im Winter

In Gebieten, die nicht von intensiver Landwirtschaft ausgeräumt worden sind, kommen Vögel in frostfreien Zeiten des Winters ganz gut zurecht. Das linke Bild zeigt eine Gruppe von Silberreihern am Kühkopf, einem hessischen Naturschutzgebiet am Rhein. Rechts ruhen sich Tafelenten im Dezember auf dem Bodensee aus.

Silberreiher Tafelenten
Links: Silberreiher, Rechts: Tafelenten (Bilder: Ekkehard Beyer qu031)

Im ländlichen Raum werden die Vögel immer weniger. In der Vogelwarte Radolfzell hat man zwischen 1972 und 2005 eine durchschnittliche Abnahme der gefangenen Vögel von einem Prozent pro Jahr festgestellt. Insgesamt bedeutet das eine Abnahme von 29 Prozent.

Die Vogelwarte Radolfzell hat 50 Jahre lang die Vogelwelt im Gebiet des süddeutschen Dorfes Möggingen beobachtet. Von früher 110 verschiedenen Vogelarten brüten 38 nicht mehr dort oder nur noch sehr unregelmäßig. Die Zahl der Vögel ist auf einer Untersuchungsfläche von 4 km2 in 50 Jahren von rund 3300 auf 2100 zurückgegangen.

Kleiber Weidenmeise
Links: Kleiber und Kohlmeise an einer Futtersäule, Rechts: Weidenmeise und Blaumeise (Bilder: Ekkehard Beyer qu004)

Die hauptsächliche Ursache dafür ist die Verschlechterung des Lebensraums. Die verfügbare Nahrung hat dort enorm abgenommen, beispielsweise bei Heuschrecken um 90 %, bei Pflanzensamen um fast 100 %.

Wenn wir Vögel auch in schneearmen Wintern füttern, gleichen wir ein wenig aus, was die intensive Landwirtschaft den Tieren als Lebensgrundlage nimmt. In einigen Gegenden hat man gute Erfahrungen mit einer ganzjährigen Zufütterung gemacht.

Peter Berthold und Gabriele Mohr von der Vogelwarte Radolfzell am Bodensee haben Informationen zusammen getragen und mit vielen Bildern und praktischen Tipps in dem unten gezeigten Buch veröffentlicht. Auch wenn man ihrer Empfehlung, Vögel ganzjährig zu füttern, nicht folgt, ist das Buch eine wertvolle Informationsquelle.

Kernbeißer Buch
Links: Kernbeißer und Amsel in der Nähe einer Futterstelle (Bild: Ekkehard Beyer qu004) - Rechts: qu077

Vom 9. bis zum 11. Januar ruft der Naturschutzbund Deutschland (NABU) wieder auf, in einer Stunde der Wintervögel Vögel zu beobachten, zu zählen und zu berichten. Die Ergebnisse der Zählung werden wie jedes Jahr Ende Januar veröffentlicht. (2. Januar 2015)

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Ältere Berichte findet man im Archiv.

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