Naturschutzbund Deutschland
Ortsgruppe Friedrichsdorf
Der NABU ist der älteste und größte Naturschutzverband Deutschlands. Die Ortsgruppe Friedrichsdorf im Naturschutzbund Deutschland (NABU) besteht seit 1951 (früher unter dem Namen Vogelschutzgruppe). Sie hat etwa 180 Mitglieder.
Im Mittelpunkt unserer Aktivitäten steht das NABU-Gelände am Bornberg in Friedrichsdorf-Dillingen angrenzend an Wald und Streuobstwiesen. Einen Überblick über unsere Aktivitäten gibt das
Faltblatt.
Letzte Aktualisierung: 7. Mai 2012
Aktuelles
Unser Regionaler Naturschutz-Terminkalender
Wohnort, Schulorte, Arbeitsorte und Freizeitorte einer Familie liegen oft weit aus einander. Wechsel der Wohnung oder der Arbeitsstelle fördern diese Zerstreuung. So kommt es, dass Naturschutzgruppen nicht nur Mitglieder im eigenen Ort haben, sondern auch in der Umgebung.
Auch der Besuch von Veranstaltungen in einer Entfernung bis zu 20 km ist nichts Ungewöhnliches. Es gibt dabei nur ein Problem: Wie erfährt man von den Terminen? Wer hat auf seinem Computer eine Liste der regionalen Naturschutzgruppen, die er regelmäßig nach interessanten Ausflügen, Kursen, Festen und Führungen durchsucht?

20 km um Friedrichsdorf
Die Naturschutzgruppen setzen unterschiedliche Akzente. Die eine Gruppe hat ein eigenes Gelände mit Teichen, eine andere hat drei Kindergruppen und macht Abendwanderungen, eine Gruppe kontrolliert regelmäßig ihre 200 Nistkästen und macht Heilkräuterwanderungen. Eine Gruppe bietet Vorträge an aber auch Vogelbeobachtungen am Sonntagmorgen, ein andere Gruppe führt durch Flora-Fauna-Habitat-Gebiete und macht Naturfotokurse.
Die Wirkungsbereiche der Gruppen überlappen sich thematisch und räumlich. Das bedeutet nicht Konkurrenz sondern Ergänzung. Keine Gruppe kann alles machen. Zusammen bieten die Naturschutzgruppen der Region ein vielfältiges Programm an Veranstaltungen an, die selbst ein Stück Naturschutz darstellen oder dazu dienen, Verständnis für Naturschutz zu fördern.
Unser Regionaler Naturschutz-Terminkalender will helfen, die Angebote bekannter zu machen. Auf der Internet-Seite Alle Termine listet der NABU Friedrichsdorf die eigenen und die Veranstaltungen anderer Naturschutzgruppen auf, die nicht weiter als 20 km entfernt und auch für auswärtige Besucher interessant sind.
Auf der Internet-Seite Veranstaltungen bringt der NABU Friedrichsdorf am rechten Rand eine Liste von Links zu allen Gruppen, die im Internet zu finden sind und in der Region Veranstaltungen im Bereich Naturschutz anbieten. (Mai 2012)
Was fliegt und schwimmt und krabbelt und wächst denn da?
Unter diesem Motto lädt der NABU Friedrichsdorf zu einem Naturschutz-Erlebnistag am Sonntag (13. Mai 2012) von 11:00 bis 17:00 Uhr auf dem NABU-Gelände in Friedrichsdorf-Dillingen ein (Einzelheiten).

Teichfrosch (Bild: Ekkehard Beyer qu04 cc-by-sa)
Um 10:00 Uhr beginnt die Vogelstimmenwanderung. (April 2012)
Sankt Bartholomäus und die Fledermäuse
Man sieht es dem Kirchturm von Sankt Bartholomäus in Frankfurt-Zeilsheim nicht an. Im Dachboden der Kirche haben Frankfurter NABU-Leute ein geräumiges Sommerquartier für Fledermäuse eingerichtet.

(Bild: Ekkehard Beyer qu05 cc-by-sa)
"Schließung der Pfarrkirche
Wir möchten Sie schon heute darüber informieren, dass in der Zeit vom 10.04. bis 13.04.2012 die Kirche wegen Umbauarbeiten im Dachbodenbereich für das NABU-Projekt "Fledermausaktion" aus sicherheitstechnischen Gründen geschlossen ist, und alle Gottesdienste und Andachten in dieser Zeit ausfallen." (qu02)
So kündigten Pfarrer, Pastoralreferentin und Pfarrgemeinderat sechs Wochen vorher den Gemeindemitgliedern das Ereignis an. Bemerkenswert ist, dass die Idee, ungenutzen Raum im Dachboden für den Naturschutz bereitzustellen, von der katholischen Gemeinde ausging. Wären doch alle christlichen Gemeinden in Hessen, die Türme haben, so einsichtig und kooperativ!
Noch sind keine Fledermäuse da. "Das spricht sich rum" meint man bei NABU. Wenn die Fledermäuse kommen, sind sie im taubensicheren Dachboden von Sankt Bartholomäus Nachbarn von Turmfalken und Mauerseglern.
Der heilige Bartholomäus ist Schutzpatron von Frankfurt und Schutzpatron der Bauern, Winzer und Hirten. Was für Fledermäuse werden kommen? Vielleicht Große Mausohren (Myotis myotis). Wie Bauern, Winzer und Hirten lieben sie offenes Gelände und nehmen gern Quartier in menschlichen Siedlungen. (April 2012)
Die Störche kommen
Seit Sonntag (18. März) ist wieder ein Storch an der Nidda in Frankfurt-Bonames. "Jubel bei den Menschen im Frankfurter Norden, Entsetzen bei Maus, Frosch und Erdkröte in Kalbach und Bonames." schreibt die Frankfurter Rundschau am 23. März.

(Bild: Ekkehard Beyer qu06 cc-by-sa)
In Bonames haben die Störche ein Nest auf einem Mast angenommen, den freundliche Menschen aufgestellt haben. Man kann die Bonameser Störche gut vom anderen Nidda-Ufer aus sehen.

(Bild: Ekkehard Beyer qu06 cc-by-sa)
Vor zwanzig Jahren waren Störche praktisch aus Hessen verschwunden. Menschliche Hilfe hat dazu geführt, dass im Jahr 2011 wieder über 200 Paare in Hessen gebrütet haben (Einzelheiten).
NABU hat vor einigen Jahren Störche mit Sendern ausgerüstet. Man kann den Zug dieser Störche bis nach Afrika und wieder zurück im Internet bei NABU verfolgen. (März 2012)
Diagnose: Dramatischer Naturmangel
Unter diesem Titel berichtete die Zeitschrift Psychologie heute im Oktober 2011 von einer Kindheit fern von Feld, Wald und Wiese. Der Artikel bezieht sich auf das neu erschienene Buch Das letzte Kind im Wald? des amerikanischen Journalisten Richard Louv.

Louv weist in seinem Buch darauf hin, dass Kinder heute den größten Teil ihrer Zeit vor Bildschirmen und in geschlossenen Räumen verbringen. Immer seltener kommen sie mit realer Natur in Berührung.
Dieses wachsende Naturdefizit hat verheerende Folgen für die psychische und körperliche Gesundheit. Louv warnt vor einer "Naturdefizitstörung". Zeichen dieser Störung sind Fettleibigkeit, hoher Blutdruck und Depressionen bei Kindern, die mit Medikamenten behandelt werden.
Besser wäre es, meint Louv, den Kindern Erfahrungen in der Natur zu ermöglichen: "Die Natur wirkt sogar heilend auf Kinder, ... indem sie ... den Einsatz aller Sinne fordert. ... In der Natur findet ein Kind Freiheit, Abenteuer und Ungestörtheit: eine Welt fern von den Erwachsenen, einen eigenen Frieden."
Neu an diesem Buch ist der Hinweis auf den Zusammenhang zwischen fehlenden Naturkontakten und Krankheiten bei Kindern. Neu ist auch der Hinweis, dass Kinder heute Natur ganz anderes wahrnehmen als ihre Eltern.
Nicht neu sind die Bemühungen, Kinder und Natur zusammenzubringen. Die Naturschutzverbände in Deutschland und anderswo gehen seit Jahrzehnten in ihren Kinder- und Jugendgruppen diesen Weg. Schön ist, dass diese naturpädagogische Arbeit von so unerwarteter Seite Bestätigung und Anerkennung erfährt.
Das Buch ist erschienen im Beltz-Verlag, hat 360 Seiten und kostet 19,95 Euro. Der Autor Richard Louv ist Vorsitzender des Children & Nature Network. (März 2012)
Ältere Berichte findet man im Archiv.
